Posteado por: Philipp | 14 Mayo 2008

Südamerika beginnt jetzt.

Nach 3 Tagen in der Grossstadt Panama City bestiegen wir eine kleine Propeller Maschine, welche uns übers Darien Gap nach Cartagena bringen sollte – mit Zwischenstop in Barranquilla (Kolumbien). Der Flug lief problemlos, im Gegensatz zu unserem letzten Propellerflug über den Canyonland Nationalpark in Utah/USA.

Als wir in Cartagena ausstiegen bemerkten wir gleich die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen ausgelöst durch die Bedrohung der FARC Paramilitärs. Wir nahmen den Bus in die wunderschöne Innenstadt, welche sich als ein architektonisches Juwel darstellte. Leider war nur die alte Innenstadt dermaßen herausgeputzt und frisch gestrichen. Sobald man sich aber außerhalb der Stadtmauern aufhielt war man mitten im übelsten Ghetto.

Wir wollten erst von dort nach Quito (Ecuador) quer durch Kolumbien mit dem Bus fahren, ein 48 Stunden Horror Trip. Aber aus Sicherheitsgründen überflogen wir das gesamte Gebiet mit dem Flieger in 5 Stunden, mit Zwischenstop in Bogota. Wieder eine neue Stadt, diemal Quito die Hauptstadt Ecuadors auf 2500m gelegen. In der alten kolonialen Innenstadt bezogen wir eine kleine Herberge und erkundeten die Stadt, welche den Eindruck machte Ende der Siebziger stehen geblieben zu sein. Es regnete recht viel und so saßen wir auch oft im Café und tranken heiße Schokolade und aßen Torten und Kuchen. Laut Reiseführer war eine der grössten Attraktionen in der Gegend, die auf dem Äquator gelegene Anlage „Mitad del Mundo“ – Mitte der Welt. Diese besuchten wir am daruffolgenden Tag und am nächsten nahmen wir den Bus, welcher uns an die Küste nach Guayaquil bringen sollte um dort das Auto abzuholen. Wie vereinbart, trafen wir am Montag morgen um 8.00 Uhr Fabian im Büro der Schiffsagentur wieder. Nachdem wir die Bill of Loading und weitere Papiere ausgehändigt bekommen hatten, machten wir uns noch am selben Tag auf in den Hafen. Die Kurzversion von den darauffolgenden 3 Tagen ist, daß keiner genau Bescheid wusste was in unserem Fall zu machen sei – normalerweisse werden Maschinen oder Früchte im- oder exportiert aber nicht 2 Reisemobile irgendwelcher „reichen“ Europäaer. So bestiegen wir drei pünktlich jeden morgen den Bus von der Innenstadt zum Hafen – wie alle anderen Hafenarbeiter auch und präsentierten uns vorm Hafeneingang ausgestattet mit reflektierender Weste und Schutzhelm. Am 2. Tag fuhren wir das Auto dann aus dem Container in eine Lagerhalle. Dann machten wir uns auf zum Zoll, Drogenkontrolle und Migration. Dank Vanessa weiblichem Charme hatten wir dann ab dem 2. Tag, einen für unseren Fall extra abgestellten Zolloffizier. Und am Mittwoch den 30. April um 17.00 nachmittags fuhren wir die Autos aus dem Hafen. Eine Stunde später und wir hätten bis Montag warten müssen, wegen der Feiertage. Wir besorgten uns noch einen Satz neuer Reifen und machten uns dann auf in die Anden nach Riobamba. Dort wollte ich mit einem Zug, auf dem Waggondach sitzend, eine der schwierigsten Zugstrecken überhaupt befahren. Leider war der Zug schon seit 3 Monaten außer Betrieb aufgrund fehlender Ersatzteile und so ging dass leider nicht. Also fuhren wir weiter durch eine prächtige Berglandschaft, vorbei an dem schneebedeckten Vulkan Chimborazo mit 6500m Richtung Peru. In Cuenca, einer schönen Kolonialstadt, verbrachten wir eine Nacht und fuhren anschliessend durch die Berge weiter nach Vilcabamba, berühmt für seine Bewohner die im Durchschnitt über 100 Jahre alt werden. Dort verbrachten wir 4 Tage auf einer kleinen Finca, speisten gut und Vanessa liess ihren „geplagten“ Körper wieder auffrischen. Von dort an wurde der Weg sehr krass und wir holperten erst nach Zumba, einem von Gott und allen anderen verlassenen Ort im Grenzgebiet zu Peru und weiter auf einem Geröllfeld von Weg zur Grenze. Dort hatte keiner der Beamten, weder auf ecuadorianischer noch auf peruanischer Seite eine Uniform an, noch machte man sich großartig Mühe die Papier anzuschauen. Der Grenzpolizist gab uns die Ausreisestempel in den Pass und wies seinen ca. 10 Jahre alten Sohn an, uns die Schranke aufzuschliessen. Wie wir von den Peruanern auf der anderen Seite mitgeteilt bekamen, bewegten sich die Ecuadorianer auf der anderen Seite hauptsächlich im Benzin- und Dieselgeschäft. In Ecuador kostet die Gallone (3,8 liter) stattlich überwacht genau 1,03 Dollar (d.h. der Liter Diesel kostet ca. 0,17 € Cents) und in Peru ca. 5 Dollar. So verkaufen die ecuadorianischen Grenzbeamten den Peruanern die Gallone für 3,50 Dollar und machen ein gutes Geschäft. Selbstverständlich hatten wir in Zumba an der letzten ofiziellen Tankstelle unsere Tanks randvoll gefüllt mit insgesamt 280 Litern zum Preis von 75 Dollar.

Und dann waren wir in Peru, mussten aber ersteinmal im Niemandsland auf der Brücke vor der peruanischen Schranke warten bis Real Madrid fertig gespielt hatte, um dann die Einreiseformalitäten zu beginnen. Aber auch dies war irgendwann erledigt und wir konnten weiterfahren und zwar nach San Ignacio – 30km und ca. 3 Stunden!!! entfernt. Das ist aber dann eine neue Geschichte.


Dejar una respuesta

Su respuesta:

Categorías